Augenerkrankungen

A

Amblyopie

Schwachsichtigkeit

Bei der Amblyopie entwickelt ein Auge im Kindesalter keine ausreichende Sehschärfe, obwohl das Auge selbst gesund ist. Häufige Ursachen sind Schielen oder ein großer Unterschied in der Brechkraft zwischen beiden Augen. Frühzeitig erkannt und behandelt – meist mit einem Pflaster über das stärkere Auge – lässt sich das Sehvermögen oft vollständig wiederherstellen.

Kinder

AMD – Altersbedingte Makuladegeneration

Makuladegeneration, trockene & feuchte Form

Die AMD ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust im Alter. Sie betrifft die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Bei der trockenen Form schreitet der Verlust langsam voran; bei der feuchten Form wachsen neue, undichte Gefäße unter die Netzhaut – hier helfen moderne Injektionen ins Auge (Anti-VEGF), die Sehkraft zu erhalten.

Astigmatismus

Hornhautverkrümmung

Bei einem Astigmatismus ist die Hornhaut nicht gleichmäßig rund, sondern leicht oval geformt. Dadurch werden Lichtstrahlen ungleichmäßig gebrochen und Bilder erscheinen verzerrt oder unscharf. Astigmatismus ist sehr häufig und einfach mit einer Brille, Kontaktlinsen oder einem Lasereingriff zu korrigieren.

B

Blepharitis

Lidrandentzündung

Die Blepharitis ist eine chronische Entzündung des Lidrandes, oft begleitet von Rötung, Jucken, Brennen und Krustenbildung an den Wimpernwurzeln. Regelmäßige Lidrandpflege mit warmen Kompressen hilft, die Beschwerden deutlich zu lindern.

C

Chalazion

Hagelkorn

Ein Chalazion entsteht, wenn eine Talgdrüse im Lid verstopft und sich entzündet. Es bildet sich ein schmerzloser oder leicht druckempfindlicher Knoten am Lid. In vielen Fällen geht das Hagelkorn von selbst zurück; bleibt es bestehen, kann es in einem kleinen ambulanten Eingriff entfernt werden.

Chemosis

Bindehautschwellung

Als Chemosis bezeichnet man eine ausgeprägte Schwellung der Bindehaut, die glasig-wässrig vorquillt. Sie tritt oft bei starken allergischen Reaktionen oder nach Augenoperationen auf. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

D

Dakryozystitis

Tränensackentzündung

Bei einer Dakryozystitis ist der Tränensack entzündet, meist durch einen verstopften Tränenkanal. Es kommt zu Schmerzen, Rötung und Schwellung neben der Nase. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika; bei Rückfällen ist oft ein kleiner Eingriff sinnvoll.

Diabetische Retinopathie

Zuckerkrankheit und Netzhaut

Langjähriger Diabetes schädigt die kleinen Blutgefäße der Netzhaut. In frühen Stadien gibt es kaum Beschwerden – deshalb sind regelmäßige Augenarztkontrollen für Diabetiker so wichtig. Laserbehandlung und Injektionen ins Auge können das Sehen schützen.

E

Ektropium

Auswärtskehrung des Unterlides

Beim Ektropium klappt das Unterlid nach außen, sodass die empfindliche Bindehaut ungeschützt der Luft ausgesetzt ist. Folge sind Tränen, Rötung und Reizung. Eine kleine operative Korrektur schafft dauerhaft Abhilfe.

Entropium

Einwärtskehrung des Lides

Beim Entropium rollt sich der Lidrand nach innen, sodass die Wimpern die Hornhaut reizen und kratzen. Das verursacht Schmerzen, Tränenfluss und kann die Hornhaut dauerhaft schädigen. Auch hier hilft eine kleine operative Korrektur.

F

Floater

Mouches volantes, Glaskörpertrübungen

Viele Menschen sehen gelegentlich kleine Punkte, Fäden oder Schlieren, die beim Blickwechsel mitschwimmen. Sie entstehen durch Trübungen im Glaskörper und sind meist harmlos. Treten plötzlich sehr viele Floater auf, begleitet von Lichtblitzen, sollte sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

G

Glaukom

Hornhautverkrümmung

Das Glaukom ist eine Erkrankung, bei der der Sehnerv zunehmend geschädigt wird – oft durch einen erhöhten Augeninnendruck. Im Frühstadium gibt es keine Schmerzen oder Sehverluste. Erst wenn das Gesichtsfeld stark eingeschränkt ist, bemerken Betroffene die Erkrankung. Regelmäßige Vorsorge ist entscheidend.

Glaskörperabhebung

Hintere Glaskörperabhebung

Mit zunehmendem Alter löst sich der Glaskörper von der Netzhaut ab. Dies ist ein natürlicher Alterungsprozess und verursacht häufig vorübergehende Lichtblitze und Floater. Es sollte augenärztlich kontrolliert werden, um eine Netzhautablösung auszuschließen.

H

Hordeolum

Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn ist eine akute Entzündung einer Liddrüse, meist durch Bakterien ausgelöst. Es entsteht ein geröteter, schmerzhafter Knoten am Lidrand. Warme Kompressen helfen; der Augenarzt kann bei Bedarf eine Antibiotikasalbe verordnen.

Hypertensionsretinopathie

Netzhautveränderungen durch Bluthochdruck

Dauerhaft hoher Blutdruck schädigt die feinen Blutgefäße der Netzhaut. Der Augenarzt kann diese Veränderungen bereits früh erkennen. Eine gute Blutdruckeinstellung ist die wichtigste Maßnahme, um das Sehvermögen zu schützen.

I

Iritis

Uveitis anterior, Regenbogenhautentzündung

Die Iritis ist eine Entzündung der Regenbogenhaut, verbunden mit Schmerzen, Lichtscheu und Rötung. Sie kann im Rahmen von Systemerkrankungen wie Rheuma auftreten. Eine rasche Behandlung mit entzündungshemmenden Augentropfen ist wichtig.

K

Katarakt

Grauer Star

Beim Grauen Star trübt sich die natürliche Augenlinse ein, meist im Laufe des Alterungsprozesses. Die Betroffenen sehen zunehmend wie durch Milchglas. Eine Kataraktoperation – weltweit eine der häufigsten Operationen – stellt die Sehkraft meist vollständig wieder her.

Keratokonus

Kegelförmige Hornhautvorwölbung

Beim Keratokonus verändert sich die Hornhaut zu einer kegelförmigen Vorwölbung. Das führt zu zunehmendem Astigmatismus und verschwommenem Sehen. Spezielle Kontaktlinsen helfen in frühen Stadien; ein Crosslinking-Verfahren kann das Fortschreiten stoppen.

Keratitis

Hornhautentzündung

Eine Hornhautentzündung ist ein ernstes Krankheitsbild, das unbehandelt zu bleibenden Narben führen kann. Ursachen sind Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Typische Zeichen sind starke Schmerzen, Lichtscheu und Tränenfluss. Sofortige Behandlung ist notwendig.

Konjunktivitis

Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Ursache können Bakterien, Viren oder Allergien sein. Typische Symptome sind gerötete, tränende Augen mit Ausfluss. Bakterielle Formen sprechen gut auf Antibiotikasalben an.

Kurzsichtigkeit

Myopie

Kurzsichtige Menschen sehen Nahes scharf, während Entferntes verschwimmt. Ursache ist meist ein zu langer Augapfel. Sie wird mit Brille, Kontaktlinsen oder Laseroperationen korrigiert. Bei starker Kurzsichtigkeit sind regelmäßige Netzhautkontrollen empfehlenswert.

M

Makulaforamen

Loch in der Makula

Ein Makulaforamen ist ein kleines Loch in der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens. Es führt zu einem grauen Fleck im zentralen Gesichtsfeld. In einem mikrochirurgischen Eingriff kann das Loch oft erfolgreich verschlossen werden.

N

Netzhautablösung

Amotio retinae

Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall. Vorzeichen sind plötzliche Lichtblitze, viele neue Floater und ein Schatten im Gesichtsfeld. Sofortige augenärztliche Behandlung ist unbedingt erforderlich.

Nystagmus

Augenzittern

Nystagmus bezeichnet unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die angeboren oder erworben sein können. Je nach Ausprägung kann er das Sehen unterschiedlich stark beeinträchtigen. Brillen, Prismen oder operative Eingriffe können helfen.

P

Presbyopie

Alterssichtigkeit

Mit dem Alter verliert die Augenlinse ihre Elastizität und kann sich nicht mehr auf Nahdistanz einstellen. Presbyopie beginnt meist um das 40.–45. Lebensjahr und ist ein natürlicher Alterungsprozess. Lesebrillen, Gleitsichtgläser oder spezielle Kontaktlinsen schaffen Abhilfe.

Pterygium

Flügelfell

Ein Pterygium ist eine Bindegewebswucherung, die von der Bindehaut auf die Hornhaut wächst, häufig bei Menschen mit viel UV-Exposition. In frühen Stadien kann eine Sonnenbrille das Wachstum verlangsamen; bei Bedarf wird es operativ entfernt.

Ptosis

Hängelid, Oberlidptose

Als Ptosis bezeichnet man das Hängen des Oberlids durch Schwäche des Lidhebermuskels. Sie kann angeboren sein oder im Alter auftreten. Bei Kindern muss sie frühzeitig behandelt werden, damit keine Amblyopie entsteht.

R

Retinitis pigmentosa

Erbliche Netzhautdegeneration

Retinitis pigmentosa ist eine erbliche Erkrankung, bei der die Fotorezeptoren der Netzhaut langsam absterben. Typische Frühzeichen sind Nachtblindheit und die allmähliche Einengung des Gesichtsfeldes (Tunnelvisus).

S

Schielen

Strabismus

Beim Schielen sind die Augen nicht parallel ausgerichtet. Bei Kindern ist rasche Behandlung wichtig, um eine Schwachsichtigkeit zu verhindern. Brillenkorrektur, Okklusion und ggf. eine Operation helfen, die Augen in Einklang zu bringen.

Kinder

Sicca-Syndrom

Trockenes Auge

Das trockene Auge ist eines der häufigsten Augenleiden. Zu wenig oder qualitativ schlechter Tränenfilm führt zu Brennen und Fremdkörpergefühl. Befeuchtende Augentropfen, Lidrandpflege und Umweltanpassungen bringen meist deutliche Linderung.

Stauungspapille

Papillenödem

Eine Stauungspapille entsteht, wenn erhöhter Hirndruck den Sehnerv am Augenhintergrund zum Anschwellen bringt. Sie ist ein wichtiges Warnzeichen, das der Augenarzt bei der Funduskopie erkennt und unmittelbar weitergehende Abklärung veranlasst.

T

Tränenwegsobstruktion

Verstopfter Tränenkanal

Ist der Tränenkanal verengt oder verstopft, kann die Tränenflüssigkeit nicht richtig abfließen. Folge sind dauerhaft tränende Augen. Bei Erwachsenen helfen eine Spülung oder ein kleiner chirurgischer Eingriff.

U

Uveitis

Entzündung der Uvea

Uveitis ist der Oberbegriff für Entzündungen im mittleren Bereich des Auges. Ursachen sind Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder unbekannte Auslöser. Eine konsequente entzündungshemmende Behandlung ist wichtig, um Folgeschäden zu verhindern.

W

Weitsichtigkeit

Hyperopie

Weitsichtige Menschen haben einen zu kurzen Augapfel oder eine zu schwache Hornhautkrümmung. Jüngere können die Unschärfe zunächst durch Anspannung der Augenmuskulatur ausgleichen – was zu Kopfschmerzen führen kann. Brille oder Kontaktlinsen korrigieren zuverlässig.

X

Xanthelasma

Gelbliche Lipidablagerungen an den Lidern

Xanthelasmen sind gelbliche, flache Fettablagerungen an den Lidern, meist nahe dem inneren Lidwinkel. Sie sind gutartig, können jedoch auf erhöhte Blutfettwerte hinweisen. Kosmetisch störende Xanthelasmen können operativ oder mit Laser entfernt werden.

Z

Zentralarterienverschluss

Akuter Verschluss der Netzhautarterie

Der Verschluss der zentralen Netzhautarterie ist ein augenärztlicher Notfall – vergleichbar einem Schlaganfall im Auge. Er führt zu plötzlichem, meist schmerzlosem Sehverlust. Sofortige notärztliche Versorgung ist erforderlich.

Zentralvenenverschluss

Verschluss der Netzhautvene

Beim Zentralvenenverschluss ist die wichtigste Abflussvene der Netzhaut verstopft. Es kommt zu Einblutungen und Sehverschlechterung. Intravitreale Injektionen können die Schwellung der Netzhautmitte wirksam behandeln.